Tannenzweige, klingelnde Glöckchen, Eis und Schnee – so oder ähnlich lauten die Grundzutaten deutscher Weihnachtslieder. In anderen Ländern und Regionen fällt das Fest direkt in den heißen Sommer – schon daraus entstehen Unterschiede. Aber wie hören sie sich an?

Verbreitung der Weihnachtslieder

Zu Weihnachten läuten Glocken fast überall in Europa und der Welt. Mit Schnee und Tanne sind sie allerdings nicht so zwangsläufig garniert wie in Deutschland und bei den europäischen Nachbarn.
Musikwissenschaftler stellen fest, dass unsere traditionellen weihnachtlichen Lieder recht weit verbreitet sind. Christliche Missionare nahmen sie mit auf ihre Reisen. Sie sorgten vor einigen Jahrhunderten dafür, dass europäische Lieder und Rituale heute auch in Asien und Afrika so häufig anzutreffen sind. Allerdings wurden sie peu à peu mit neuen Texten versehen, die beispielsweise nach Vietnam, auf die Philippinen oder nach Thailand passen. So werden beispielsweise im guten, alten, englischen „Twelve Days of Christmas“ Geschenke aufgezählt wie Dudelsackspieler, Bäume oder Schwäne. In Australien werden daraus Kängurus, Gummibäume oder Wombats.

„Stille Nacht“ zwischen Island und Südafrika

Im Österreichischen entstand das bekannte Lied „Stille Nacht“ zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Von Filipino über Armenisch und Zulu bis Isländisch: Heute wird „Stille Nacht“ in mehr als 300 Sprachen und zahlreichen unterschiedlichen Dialekten gesungen.
Wenn man das Weihnachtsfest im kalten Schweden, Deutschland oder gar in den italienischen Alpen feiert, klingen die weihnachten Lieder nach Besinnlichkeit und Ruhe in winterlicher Abenddämmerung. Feiert man im heißen Sommer am Strand wie in Kuba, Namibia oder in Australien klingen die altehrwürdigen Lieder nach strahlendem Sonnenschein, nach Blumen, Strand und recht viel Spaß.
Wenn auch unter einem Tannenbaum aus Plastik und im Verein mit Reggae-, Samba- und Salsaklängen bleibt eines doch bestehen: die christliche Weihnachtsbotschaft.

Kitsch meets Jazz

Nicht nur europäische Weihnachtslieder werden weltweit übersetzt. Zahlreiche Länder verfügen auch über ihre ganz eigenen Lieder, die den unterschiedlichen Mentalitäten der Menschen entsprechen. In den USA sind beispielsweise schöne und manchmal durchaus musikalisch anspruchsvolle Jazz-Versionen beliebt. Dazu gesellen sich emotionale Texte mit jeder Menge Herzschmerz, poppige Ohrwürmer und auch viel Kitsch. Einer dieser bekannten Ohrwürmer ist Irving Berlins „White Christmas“, die meist verkaufte Single dieser Welt.

Andere Länder, andere Zeiten, andere Lieder

In anderen Ländern der Welt werden nicht selten landestypische Instrumente besungen. Man denke zum Beispiel an das spanische Lied „Gatatumba“: „Tumba“ ist darin die Trommel und „Gata“ einfach lautmalerische Fantasie. Schon dadurch ergibt sich eine ganz andere Rhythmik, weit ab von unserer traditionellen weihnachtlichen Musik.
Heute setzen sich auffallend wenige neue Weihnachtslieder fest. Bedenkt man allerdings die Bedeutung der Lieder, ist das wenig verwunderlich. Es gibt kaum andere Lieder, die so sehr an die eigene Kindheit erinnern und Gefühle von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Die „Weihnachtsbäckerei“ aus Rolf Zuckowskis „Rolfs Liederkalender: Sing mit uns“ oder „Weihnachten in Familie“ von Aurora Lacasa und Frank Schöbel laufen bis heute in vielen deutschen Familien traditionell zur Weihnachtszeit.
Die Kinder werden älter, aber nichts ist derartig fest verwurzelt in seinen Ritualen wie unser Weihnachtsfest. Das Fest ist sozusagen die alljährliche Wiederauferstehung des Kindes in den Erwachsenen.

Neues hat es schwer

Also müssen die Lieder schon im Kindesalter zur Tradition geworden sein. „In der Weihnachtsbäckerei“ gibt es seit 1993 und ist heute ein wunderbares Volkslied zur Weihnachtszeit. Dabei haben die modernen Lieder immer seltener einen christlichen Hintergrund. Es geht darin vielmehr um die schönen, besonderen Stimmungen in der Weihnachtszeit.
Dass die neuen Lieder überhaupt bekannt werden, ist ihrer Verbreitung in Schulen und Kindergärten zu verdanken. In den Familien hört, singt und spielt man am liebsten die traditionellen Lieder der Weihnachtszeit.
Alle besinnen sich gerade zu Weihnachten auf ihre musikalische Identität, auf die Gefühle von Heimat und Familie, von Sicherheit und Frieden. Die weihnachtlichen Lieder spielen dabei eine Hauptrolle – egal, ob in Deutschland und Europa, den USA, auf den Philippinen, in Südafrika oder sonst wo auf der Welt.

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